Mit neuen Kunden machen wir gern einen kleinen Test. Wir öffnen ChatGPT und fragen ganz normal, so wie es ein Interessent tun würde: „Welche Agentur in Saarbrücken hilft mir bei Instagram-Werbung?“ oder „Welcher Steuerberater in Köln kennt sich mit Onlinehändlern aus?“ Dann schauen wir gemeinsam auf die Antwort. Und sehr oft passiert dasselbe: Zwei, drei Namen werden genannt. Der eigene ist nicht dabei.
Das ist kein Zufall und auch kein Pech. Es hat Gründe, und die lassen sich angehen. Wir von mymediaminds beschäftigen uns jeden Tag mit der Frage, warum eine KI das eine Unternehmen empfiehlt und das andere übersieht. In diesem Beitrag teilen wir, was wir dabei gelernt haben, und was du selbst für deine KI-Sichtbarkeit tun kannst.
Wie Menschen heute nach Anbietern suchen
Die klassische Suche hat Konkurrenz bekommen. Ende September 2026 sprach OpenAI auf seiner Entwicklerkonferenz von rund 1,2 Milliarden Menschen, die ChatGPT jede Woche nutzen. Und auch Google hat sich verändert: Seit dem 8. Oktober 2025 gibt es den KI-Modus auch in Deutschland, und über vielen Suchergebnissen steht eine KI-Zusammenfassung.
Was das für Unternehmen bedeutet, zeigt eine Untersuchung des Pew Research Center aus den USA. Wer eine KI-Zusammenfassung sah, klickte nur bei 8 Prozent der Suchen auf ein klassisches Ergebnis. Ohne Zusammenfassung waren es 15 Prozent. Auf einen Link innerhalb der Zusammenfassung klickte sogar nur 1 Prozent.
Aus unserer Sicht ist die Konsequenz klar: Platz eins bei Google ist weniger wert, wenn die Antwort schon darüber steht. Entscheidend wird, ob dein Unternehmen in dieser Antwort vorkommt.
Wie eine KI entscheidet, wen sie nennt
Eine KI hat keine Werbeliste und keine Lieblingskunden. Sie setzt ihre Antwort aus zwei Quellen zusammen: aus dem, was sie beim Training gelernt hat, und aus dem, was sie bei einer Frage live im Netz nachschlägt. In beiden Fällen gilt: Je häufiger, klarer und übereinstimmender etwas über dich zu finden ist, desto eher wirst du genannt.
| Signal | Was die KI daraus liest | Was du tun kannst |
|---|---|---|
| Klare Leistungsseiten | Was genau du anbietest und für wen | Eine Seite pro Leistung, mit konkreten Antworten statt Werbesprache |
| Erwähnungen auf anderen Seiten | Dass andere dich für relevant halten | Fachbeiträge, Interviews, Branchenverzeichnisse, Kooperationen |
| Bewertungen | Ob Kunden zufrieden sind und warum | Aktiv um ehrliche Bewertungen bitten, auf Kritik antworten |
| Strukturierte Daten | Wer du bist, wo du sitzt, was du kannst | Schema-Auszeichnung für Unternehmen, Leistungen und FAQ |
| Häufige Fragen | Fertige Antworten auf echte Kundenfragen | FAQ-Bereiche mit den Fragen, die Kunden wirklich stellen |
| Aktualität | Ob die Informationen noch stimmen | Daten, Preise und Angebote regelmäßig pflegen |
Die fünf häufigsten Gründe, warum du nicht genannt wirst
Wenn wir bei mymediaminds einen KI-Sichtbarkeits-Check machen, stoßen wir immer wieder auf dieselben Muster:
- Deine Website sagt nicht klar, was du tust. Schöne Bilder und Slogans helfen Menschen, aber kaum einer KI. Sie braucht Sätze wie: „Wir sind ein Steuerbüro in Köln, spezialisiert auf Onlinehändler.“
- Niemand außer dir spricht über dich. Wenn dein Name nur auf deiner eigenen Website steht, fehlt der KI die Bestätigung von außen.
- Deine Angaben widersprechen sich. Unterschiedliche Adressen, alte Leistungen, veraltete Profile: Widersprüche machen die KI vorsichtig.
- Deine Inhalte beantworten keine Fragen. Die KI sucht Antworten. Wer nur über sich selbst schreibt, statt Kundenfragen zu beantworten, wird selten zitiert.
- Deine Wettbewerber waren schneller. Wer früh angefangen hat, Fachinhalte zu veröffentlichen und Erwähnungen aufzubauen, hat einen Vorsprung, den die KI widerspiegelt.
SEO sorgt dafür, dass man dich findet. KI-Sichtbarkeit sorgt dafür, dass man dich empfiehlt.
So erklären wir den Unterschied in Kundengesprächen
So gehen wir bei einem KI-Sichtbarkeits-Check vor
Wir von mymediaminds machen das in fünf Schritten. Kein Hexenwerk, aber gründlich.
- Echte Fragen sammeln. Gemeinsam mit dir notieren wir 20 bis 30 Fragen, die deine Kunden wirklich stellen. Nicht „beste Agentur“, sondern konkrete Situationen.
- In mehreren Assistenten testen. Wir stellen die Fragen in ChatGPT, Claude, Perplexity, Gemini und im Google KI-Modus. Jede KI tickt etwas anders.
- Quellen auswerten. Wer wird genannt, und auf welche Seiten stützt sich die Antwort? Daraus lesen wir ab, was dir fehlt.
- Lücken schließen. Website-Inhalte, Strukturdaten, Profile, Erwähnungen und Bewertungen. Wir priorisieren nach Aufwand und Wirkung.
- Regelmäßig wiederholen. Alle sechs Wochen prüfen wir erneut, denn KI-Antworten verändern sich laufend.
Was du diese Woche tun kannst
- Eine klare Einleitung auf der Startseite: Wer du bist, was du anbietest, für wen und wo. In zwei Sätzen.
- Deine Profile abgleichen: Google-Unternehmensprofil, LinkedIn, Branchenverzeichnisse. Überall dieselben Angaben.
- Fünf Kundenfragen beantworten: Als FAQ auf der passenden Leistungsseite, ehrlich und konkret.
- Um drei Bewertungen bitten: Bei Kunden, die zufrieden waren. Mit einem direkten Link.
- Einen Fachbeitrag planen: Zu einer Frage, die du in jedem Kundengespräch hörst. Genau so ist übrigens dieser Blog entstanden.
Wenn du dabei Hilfe brauchst oder Fragen hast, meld dich bei uns. Oft sehen wir schon im ersten Gespräch, wo der größte Hebel liegt.
Fazit: Empfohlen wird, wer eindeutig ist
Aus unserer Sicht ist KI-Sichtbarkeit die logische Fortsetzung von gutem Marketing. Eine KI empfiehlt keine Unternehmen, die am lautesten sind, sondern die, über die sie am klarsten und häufigsten Gutes findet. Wer heute anfängt, Fragen ehrlich zu beantworten, sauber zu informieren und Vertrauen außerhalb der eigenen Website aufzubauen, wird morgen genannt.
Wir von mymediaminds begleiten Unternehmen genau auf diesem Weg. Und wenn du erst einmal nur wissen willst, wo du gerade stehst: Meld dich, wir schauen gemeinsam drauf.
Häufige Fragen
Was ist KI-Sichtbarkeit oder GEO?
KI-Sichtbarkeit beschreibt, wie oft und wie positiv ein Unternehmen in Antworten von KI-Assistenten wie ChatGPT, Claude, Perplexity oder dem Google KI-Modus vorkommt. GEO steht für Generative Engine Optimization, also die Optimierung für solche KI-Antworten.
Kann ich mich in ChatGPT-Empfehlungen einkaufen?
Nein. Die Empfehlungen in den Antworten entstehen aus den Informationen, die die KI über dich findet. Wo Anbieter Werbung testen, ist sie als Anzeige gekennzeichnet und von der eigentlichen Antwort getrennt.
Ersetzt KI-Sichtbarkeit klassisches SEO?
Nein, sie baut darauf auf. Eine technisch saubere, gut strukturierte Website ist die Grundlage. KI-Sichtbarkeit ergänzt sie um klare Antworten, Strukturdaten und Erwähnungen auf anderen Seiten.
Wie schnell wirken Maßnahmen für die KI-Sichtbarkeit?
Erste Veränderungen sehen wir oft nach einigen Wochen, vor allem bei Assistenten, die live im Netz suchen. Bis sich etwas in den Grundmodellen niederschlägt, dauert es länger. Deshalb ist regelmäßiges Prüfen so wichtig.
Wie messe ich meine KI-Sichtbarkeit?
Mit einem festen Satz echter Kundenfragen, die du regelmäßig in mehreren KI-Assistenten stellst. Wir dokumentieren, ob und wie du genannt wirst und auf welche Quellen sich die Antworten stützen. So werden Veränderungen sichtbar.

